Rund fünfzehn Minuten braucht man von Google Firmenzentrale in Mountain View zu Appels Hauptsitz in Cupertino. So dicht liegen die zwei vielleicht mächtigsten Unternehmen im Bereich des mobilen Internet zusammen. Nun will Google auch von seiner Strategie näher zu Apple. Der Internetgigant Google kauft Motorola und steigt damit selbst ins Hardware-Geschäft ein.
Erst Anfang des Jahres hatte sich Motorla aus Schaumburg in der Nähe von Chicago in zwei Unternehmen aufgespaltet, eines für Netzwerke und eingebettete System und ein Mobiltelefonhersteller. Die Behauptung “Google kauft Motorola” ist daher etwas übertrieben. Nur Motorola Mobility hat der Suchmaschinengigant gekauft. Es dürfte ihm vor allem um deren 17.000 Patente und 7.500 Patentanträge gegangen sein.
Googles mobiles Betriebssystem Android läuft auf immer mehr Smartphones. Täglich wird es auf rund einer halben Million Geräte aktiviert. Aber Google besitzt kaum Patente. Erst kürzlich hatte man daher Patente von IBM erworben.
12,5 Milliarden zahlen die Kalifornier für Motorola Mobility. Das ist deutlich mehr, als das traditionsreiche Unternehmen aus Amerikas Norden zuvor an der Börse wert war. Würde Google das Geschäft doch noch platzen lassen, wären außerdem 2,5 Milliarden Vertragsstrafe fällig. Motorola Mobility müsste umgekehrt nur 375 Millionen US-Dollar zahlen.
Der Aktienkurs von Google ging nach Veröffentlichung der Nachricht “Google kauft Motorola” deutlich zurück.
Viele Investoren bezweifeln, dass Google die nötige Erfahrung im Hardware-Bereich hat.
Apple dagegen ist mit dem Anbieten von Hard- und Software bisher gut gefahren. Mit Chrome OS hatte Google bereits seinen Schritt in diese Richtung getan. Das Betriebssystem ist nur auf den Chromebooks verfügbar. Diese werden zwar nicht von Google gebaut, sind aber in Absprache mit dem Unternehmen speziell für Chrome OS konstruiert. Daneben dürfte eine Rolle gespielt haben, dass auch Microsoft Interesse an Motorola Mobility hatte. Der Konzern aus der Nähe von Seattle ist mit Windows Mobile 7 einer der härtesten Konkurrenten.
